Profane Maskerade, Bilder von Anna zur Nieden

Bistro
Datum: 6. Juni 2021 16:00 - 11:00

Das Kippmoment vom Tanzboden zum Bildgrund

(…) Anna zur Nieden befreit durch ihre Malerei den tanzenden Körper von den Zwängen der Gravitation, indem sie ihre Figuren in einer energetischen Sphäre schweben lässt. Ebenso formen manche Körper starke Diagonalen oder weisen über die Aufrichtung der Menschen hinaus. Damit variiert sie in ihren Werken die Grammatik des aufrechten Menschen, worin man ebenso einen Topos der Ästhetik des Tanzes sehen kann: Tänzer vollziehen häufig alltagsfremde Körperbewegungen und nehmen damit ästhetisierte Posen ein. In den alltagsfremden Bewegungen sah auch der Philosoph Paul Valéry den ästhetischen Ursprung des Tanzes.[4] Anna zur Niedens Malerei ist von diesen Posen geprägt (bspw. in Spiel II, Öl auf Leinwand, 2017). Damit, und mit ihrer tänzerisch gefärbten Befragung des Figur-Grund-Verhältnisses, zeigt sie eine methodische Reflexion des Tanzes in ihren Bildern – und zwar über das Motiv des tanzenden Körpers hinaus.

Dominik Eckel

 

Anna zur Nieden über ihre Arbeiten:

Ich arbeite hauptsächlich gegenständlich, handwerklich präzise, aber auch abstrakt, gestisch und intuitiv. In meiner Malerei soll die Poesie des Jetzt deutlich werden, was sich thematisch in Beziehungskonstellationen, Dramensegmenten, Kompositionen, aber auch Naturimpressionen niederschlägt.

Es interessiert mich, Körperhaltungen, ihre Komposition zueinander, Mimik und Gestik zu zeigen. Um die Beziehungsebene hervorzuheben verwende ich oft symbolische Szenen aus Tanz und Theater.

Intention meiner Malerei ist das visuelle Sichtbarmachen einer atmosphärischen, intuitiven und haptischen Vielschichtigkeit, beeinflusst durch Emotionen, Gedankensprünge, Verdrängung und Träume.

Zentrales Motiv ist dabei oft das Interagieren von Menschen, das Thematisieren von damit einhergehenden Emotionen. Meine Malerei soll einerseits ein Gegenentwurf zu einer zerfallenden und flüchtigen Alltagswelt sein, andererseits reale Befunde sozialer Strukturen konstatieren.

Ich möchte die Schönheit von ganz unterschiedlichen Emotionen und Momenten beweisen, die in Erinnerungen und Überschneidung von Traum, Albtraum und Realität münden. Dabei verbinde ich Pole von Leichtigkeit und Schwere und hebe gleichzeitig eine Polarität auf.

Die Ausstellung ist bis Mitte Juli sonntags von 11:00 -13:00 und dienstags 15:00 bis 17:00 zu sehen. Anschließend sonntags und mittwochs (15:00 - 17:00)

 

 

Alle Daten


  • Von 6. Juni 2021 16:00 bis 26. September 2021 11:00
    Dienstag & Sonntag
 

Powered by iCagenda